Familienplanung

Was können "junge" Paare vor der Familienplanung tun ?

Leider sprechen die meisten Paare im Vorfeld viel zu wenig darüber, wie sie ihr Familienleben gestalten möchten. Ein Hausbau ist da manchmal besser geplant als das Familienleben. Oft gehen die Partner auch mit unterschiedlichen, aber nicht ausgesprochenen Vorstellungen in die Familienplanung. Hinterher stellen sie plötzlich fest, dass ihr Partner sich vieles ganz anders vorstellt hat, als man es sich selber gedacht hat. Deshalb sollten Sie sich dringend die folgenden Fragen VOR der Familienplanung stellen :

  • Wie stellen wir uns ein Leben mit Kind/Kindern grund-sätzlich vor ?
  • Welche Erziehungsbilder/-vorstellungen haben wir, wie sind wir selbst erzogen worden ?
  • Welche (Rollen-)Erwartungen haben wir an den Partner als Mutter/Vater ?
  • Wie teilen wir die Betreuungszeit unter uns auf ?
  • Wieviel Zeit brauchen wir für uns als Paar, welche Babysitter-möglichkeiten haben wir dafür ?
  • Wer ist für die Organisation der Kinderbetreuung zuständig, wer für das Kindertaxi ?
  • Wie viel Zeit braucht jeder noch für sich alleine und wie können/wollen wir uns diese geben ?
  • Welche Hobbies können wir weiter pflegen (mit und ohne Kind), welche müssen wir vielleicht erst einmal zurückstellen und sind wir dazu auch bereit ?
  • Ist es sinnvoll Hausbau und kleine Kinder zu kombinieren ? Wenn ja, wieviel Zeit für den Einzelnen, das Paar, die Familie bleibt in der gesamten Bauphase ?

Wenn Sie diese Fragen erst einmal sich selbst ehrlich beantworten, sie dann mit Ihrem/r Partner/Partnerin offen und authentisch besprechen und dabei eine große Schnittmenge erreichen, schaffen sie ein gutes Fundament für eine Familie. Natürlich gibt es keine Garantie, dass die Vereinbarungen und Vorstellungen auch so beibehalten werden können. Aber solange Sie weiter kontinuierlich im Austausch und Gespräch darüber bleiben, stabilisieren Sie damit regelmäßig ihre Beziehung. Und letztendlich ist dies auch das beste was Sie für Ihre Kinder tun können und hat mehr Wert als das schönste Haus.

 

Zugegeben, der Inhalt dieses Blogbeitrags ist wirklich nicht romantisch, dafür aber um so realitätsbezogener. Was glauben Sie, hat im Hinblick auf die langfristige innere Stabilität einer Partnerschaft mehr Erfolg: Die rosarote Brille oder offene und ehrliche Gespräche über das, was jeder braucht für sein/ihr gutes Gedeihen, die nötigen Zugeständnisse und Kompromisse hierfür, aber auch darüber, was definitiv nicht geht ? Nehmen Sie sich die nötige Zeit dafür. Sollte das nicht ausreichen und es hakt beim Finden von Lösungen und guten Kompromissen, dann scheuen Sie sich nicht davor, eine Paar- bzw Eheberatung in Anspruch zu nehmen. Besser jetzt, als zu spät.